Bei wunderschönem Wetter und damit besten Bedingungen ging es diesen Sonntag früh los mit der Basler Hobbyfahrermeisterschaft. Traditionell fand sich das Feld der Freizeitradler im Oristal auf dem Baumaschinen-Parkplatz ein. Ebenso traditionell kam nach dem grossen Hallo und dem gegenseitigen Berichten der Trainingslager der Eiertanz um die Startnummer. Wer will schon seinen Hauptkonkurrenten direkt hinter sich haben? Letzten Endes mussten aber alle auch so in die Pedale treten. Und am effektivsten machte dies wie erwartet Patrick welcher hochüberlegen die vereinsinterne Wertung gewann. Dahinter platzierte sich Thomas welcher den stark auffahrenden Präsidenten gerade noch so in die Schranken weisen konnte. Laszlo und Christian komplettierten das von Abwesenheiten geschmälerte Feld der Birsfelder. Aus dieser Fraktion stach Martin hervor welcher sich im Tessin an einem Halbmarathon betätigte und diesen in 1 h 54′ 54″ absolvierte. Hierfür und den Zeitfahrern ein grosses Kompliment für die erbrachte Leistung.
Rangliste Liestal – Büren – Liestal (12 km EZF)
1.
Patrick Stern
16 min 34 sek
2.
Thomas Lässer
17 min 33 sek
+ 00 min 59 sek
3.
Rolf Lässer
17 min 59 sek
+ 01 min 25 sek
4.
Laszlo Madarasi
18 min 48 sek
+ 02 min 14 sek
5.
Christian Züger
18 min 59 sek
+ 02 min 25 sek
Rangliste Liestal – Büren
1.
Patrick Stern
09 min 31 sek
2.
Thomas Lässer
10 min 23 sek
+ 00 min 52 sek
3.
Rolf Lässer
10 min 32 sek
+ 01 min 01 sek
4.
Christian Züger
11 min 05 sek
+ 01 min 34 sek
5.
Laszlo Madarasi
11 min 11 sek
+ 01 min 40 sek
Ranglisten Büren – Liestal
1.
Patrick Stern
07 min 03 sek
2.
Thomas Lässer
07 min 10 sek
+ 00 min 07 sek
3.
Rolf Lässer
07 min 27 sek
+ 00 min 24 sek
4.
Laszlo Madarasi
07 min 37 sek
+ 00 min 34 sek
5.
Christian Züger
07 min 54 sek
+ 00 min 51 sek
Tagesbestzeit BHFM: Tom Louage aus Luzern in 14 Minuten und 53 Sekunden.
Rolf und Patrick nutzten die Auffahrtsbrücke und pedalierten während 4 Tagen vom Kanton Baselland nach Gatteo Mare ins Trainingslager des VC Dornach. Hier nun der Erlebnisbericht unseres Preesi:
An Auffahrt starteten Patrick E. und ich mit dem Velo nach Gatteo Mare. Punkt sieben Uhr morgens fuhr ich in Allschwil los und machte mich auf den Weg nach Diepflingen. Dort traf ich nicht nur auf Patrick, wir erhielten bis Göschenen auch noch Begleitung von Rosi und Chrigu. Trotz wunderschönem Wetter pfiff uns ein satter Gegenwind um die Ohren was uns aber nicht daran hinderte ein flottes Tempo hinzulegen. In Göschenen angekommen fuhren Patrick und ich mit dem Zug durch den Gotthard da die Passstrasse noch geschlossen war. Rosi und Chrigu traten ebenfalls mit der Bahn den Rückweg an, unsere Wege führten uns hingegen durchs Alpenmassiv hindurch nach Airolo von wo aus die Reise mit dem Rennrad weiter bis nach Biasca ging. Nach 220 Kilometern freuten wir beide uns auf ein bequemes Bett und eine erholsame Nacht.
Freitags gings dann weiter durchs Tessin über den Monte Ceneri nach Chiasso. Dort den Zoll nach Como überquert und flugs in Richtung Mailand. Nach 155 km trafen wir in Cassano d’Adda Christine vom VC Dornach. Sie fuhr tagsüber mit dem Zug nach Milano und radelte den Rest uns entgegen. Während des Wartens auf uns hatte sie sogar noch Zeit ein Hotel zu organisieren.
Nun fuhren wir also zu Dritt und machten uns so auf den Weg nach Modena. Wieder bei schönem und windigem Wetter. 190 topfebene Kilometer spulter wir zügig ab und nach ein wenig Suchen fanden wir auch den Weg in die Innenstadt von Modena (danke an die freundlichen Italiener und ihre Hilfe). Die Hotelsuche gestaltete sich hier nun schwieriger was uns dazu bewegte erst mal einen reichhaltigen Apéro zu uns zu nehmen. Nach ein paar Telefonaten von Christine haben wir doch noch eine Bleibe gefunden. In der «Familien-Suite» hatten nicht nur wir sondern auch unsere Velos Platz da keine Garage zur Verfügung stand.
Am Sonntag stand dann das letzte Teilstück an. Die letzten 155 km verkamen jedoch nicht zur lockeren Triumphfahrt sondern mussten auch wieder im Gegenwind absolviert werden. Dazu kam ein grösseres Verkehrsaufkommen als die letzten Tage, vielleicht lag es am Muttertag. Auch die Italiener führen ihre Mamma zum essen aus. Ausserdem war wohl nationaler Motorradtag.
Nach einer insgesamt gesehen zügigen Fahrt und 720 Kilometern erreichten wir drei glücklich das Bagno Pippo am Strand von Gatteo Mare. Als Erstes genehmigten wir uns ein wohl verdientes Birra Moretti bevor es ins Hotel Capitol ging in welchem wir sowohl vom Personal als auch von den Trainingslager-Gästen herzlich empfangen wurden.
Zum Schluss möchte ich mich bei Christine und Patrick für die schöne und harmonische Fahrt bedanken, es hett richtig Spass gmacht mit euch.
Diesen Sonntag, dem 22. Mai 2016, startet die Basler Hobbyfahrermeisterschaft in eine weitere Saison. Auch der VMC Birsfelden wird wieder am Start stehen und versuchen die individuellen Ziele zu erreichen.
Das Wettkampfformat für nicht-lizenzierte Rennradfahrer ist eine einzige Erfolgsgeschichte. Besteht die Serie selber schon seit mehreren Jahren, ja sogar Jahrzehnten, erfuhr sie nach der Übernahme durch Andreas Meier, seines Zeichens Präsident des RV Adler Frenkendorf, und seinem «Kernteam» eine sanfte Modernisierung. Schritt für Schritt wurde die technische Seite der Veranstaltung der Neuzeit angepasst sodass der Teilnehmer und die Teilnehmerin kurz nach Zieleinlauf schon seine Zeit auf dem Handy hat oder auf der Website der Meisterschaft seine Zeiten mit anderen Konkurrenten vergleichen kann.
Dass dabei alles schlank und effizient bleibt ist einerseits ein Markenzeichen der BHFM, andererseits auch den Gegebenheiten geschuldet. Da es schlicht nicht möglich ist für eine Horde Freizeitradler ganze Kantonsstrassen während eines Sonntagmorgen zu sperren müssen sich die Wettkämpfer bei allem Adrenalinausstoss auch noch an die Strassenverkehrsregeln halten. Die Strecken sind entsprechend ausgesucht und bieten keinerlei Hindernisse in Form von Lichtsignalen oder Stoppzeichen. Um dennoch den Sicherheitsaspekt zu berücksichtigen und die Auflagen der Behörden zu erfüllen sind Streckenposten nötig welche Zufahrten oder heikle Passagen absichern. Dies wird von freiwilligen Radsportfreunden erledigt und bedarf einer grossen Dankbarkeit.
So starten sie nun wieder, die Mannen und Frauen auf ihren teuren Boliden. Zumeist aus Karbon, weniger auf Aluminium und gar selten noch auf Stahl. Hochgezüchtete Zeitfahrmaschinen treffen auf 08/15-Rennvelos, mit und ohne aerodynamischen Lenkeraufsatz. Enge Zeitfahrbodies messen sich mit bunten Fantasietrikots welche im Wind flattern. Die Palette ist gross und bietet genau da seinen Reiz. Die meisten Rennen werden in Einzelzeitfahren absolviert, die wahrscheinlich ehrlichste Form des Kräftemessens. Zwischen 15 und 50 Minuten lang ist man alleine unterwegs, hört lediglich seinen eigenen Puls im Kopf hämmern, dann und wann unterbrochen vom einzigartigen Ton welcher ein Scheibenrad aus Karbon erzeugt kurz bevor es einen überholt. Erster Gegner: die eigene Zeit, danach der Wind und im Folgenden die Konkurrenz. Somit spielt es den Meisten auch keine Rolle dass sie nicht um den Sieg mitreden können, die eigene Bestzeit zu unterbieten ist Herausforderung genug.
Und so sieht das Meisterschaftsprogramm 2016 aus:
22. Mai
Liestal – Büren – Liestal
12 km, Einzelzeitfahren, flach
04. Juni
Dornach – Gempen
5,5 km, Einzelzeitfahren, Berg
08. Juni
Reigoldswil – Ulmethöhe
6,4 km, Massenstart, Berg
26. Juni
Laufen – Delémont – Laufen
27 km, Einzelzeitfahren, flach
20. August
Maisprach – Farnsburg
7 km, Einzelzeitfahren, coupiert
28. August
Laufen – Delémont – Laufen
27 km, Einzelzeitfahren, flach
02. Oktober
Zeiningen – Schupfart
9 km, Einzelzeitfahren, coupiert
Weitere Details, Ranglisten, Fotos und kurzfristige Änderungen gibt es auf der offiziellen Website www.bhfm.ch
Niemand da. Naja nicht ganz. Christian und Thomas fuhren pro forma nach Birsfelden zum vereinbarten Treff- und Startpunkt der Mai-Ausfahrt. Doch beide wussten: niemand da. Viele im Trainingslager verstreut in Europa, Stefan Freitag und Sonntag auf dem Rad, Samstags der Freundin verpflichtet. Doch die zwei Unerschrockenen wollten das bombastische Wetter nutzen und gaben das Ziel «Todtmoos» im Schwarzwald aus. Gemäss Karte ab Birsfelden rund 110 km, das sollte mit Rückenwind und guten Beinen in angemessener Zeit zu schaffen sein.
Somit gings also los, bewaffnet mit ausgedruckter Karte und bombensicherem Orientierungssinn jedoch ohne Ortskenntnisse. Ein erstes Mal nach dem Hertener Flugplatz auf den Plan geschaut befand man alles für in Ordnung, nichtahnend dass man da schon ab dem Weg gekommen war. In Niedereichsel dann die erste Verwirrung. Dank Hilfe eines Eingeborenen gabs eine saftige Steigung (gefühlt überhängend) hinauf zur Dorfkirche um danach die Abfahrt nach Minseln geniessen zu können. Grosser Umweg für geschätzte 500 Meter Luftlinie. Hätte man auch einfacher haben können.
Danach gings nach Nordschwaben, völlig neben der gedachten Route. Wusste nur keiner. Man wollte doch eigentlich via Wehr zum Ziel gelangen, plötzlich stand auf den Wegweisern aber überall Schopfheim. Dies Schopfheim wäre für den Rückweg geplant gewesen doch nun wars zu spät also Gänge durchdrücken und hinein ins Städtle. Süssgetränk und Sandwich schmeckten auch so.
Nach Hause gings dann mit Rückenwind und der Radweg musste auch gar nicht lange gesucht werden. Spätestens als die Autostrasse begann ward er gefunden. Doch noch nicht genug der Odyssee. Die beiden Helden der Geschichte schafften es sogar sich in Lörrach zu verradeln. Dank Hinweisschildern und kluger Kombinationsgabe fanden die beiden aber noch den Grenzübertritt nach Riehen. Der Jubel und die Freude über die wiedererhaltene Zivilisation war ungebremst. Dies wurde in der Schliessi ordentlich mit Kaffee begossen ehe es auf der neuen Veloautobahn um den Tierpark herum heimwärts ging. So gabs nur die Hälfte der angepeilten Kilometer aber immerhin sprang eine gute Geschichte dabei heraus. In Zukunft gehts nur noch mit ortskundigen Führern über die Grenze.
Er ist einer der vier berühmten Anstiege der Tour de France. Immer wieder für Rennsportspektakel bekannt gewesen, nicht zuletzt auch wegen dem tragischen Tod von Tom Simpson im Jahre 1967 als er nach seinen letzten Worten «put me back on the bike» tot zusammenbrach.
Es sind jedoch vor allem die Daten, die man von diesem Berg erfährt, wenn man sich für ihn zu interessieren beginnt, die respekteinflössend sind. Die von Sascha und mir gewählte, traditionelle Südanfahrt startet im malerischen Dörfchen Bédoin. Von dort aus entspricht die Strecke auf den Gipfel des «windigen» Berges genau der Strecke von Birsfelden nach Zeiningen oder ungefähr nach Laufen. Nur, dass es auf diesem Weg kein einziges gerades Streckenstück gibt. Die Steigung beträgt die ersten 5km angenehme maximale 3-4 %, was einem ein lockeres Einrollen erlaubt. Sobald man aber in den Wald eintaucht geht es los mit 8-10%, die von einigen kurzen Abschnitten von ca. 6%, aber auch kurzen knackigen Rampen von bis zu 13% abgelöst werden. Der Mont Ventoux ist auch einer der wenigen Berge, bei dem man den Gipfel bereits beim Start sieht, was psychologisch nicht unbedingt einen Vorteil darstellt.
Da wir grossen Respekt vor dem «Giganten der Provence» hatten, machten wir uns auch mit einem entsprechenden Tempo auf den Weg. Der Respekt wurde auch noch durch einen lokalen Bikeguide genährt, den wir vor dem Start bei einem Teller Pasta angetroffen haben. Er meinte, dass wir uns beim Aufstieg das eine oder andere Mal fragen werden: «warum nur, mache ich das nur?» … Zurückhaltung war die Devise… Dann ging es los, von Bédoin auf 300 m.ü.M. auf den Gipfel des «Géant de Provence» mit 1900 m.ü.M. Am Anfang angenehm, kaum spürbare Steigungsprozente, da ja schliesslich auch noch euphorisch genug Druck auf das Pedal kam. Kaum im Wald eingetaucht, stieg mit den Prozenten auch der Puls. Rhythmus finden und geniessen…
Sobald die Bäume weniger wurden, fing der Wind an zu blasen und die Temperatur zu sinken. Die Umgebung glich nun einer Mondlandschaft. Geröll und Fels, man ist der Sonne und dem Wind vollkommen ausgesetzt. Dann war es soweit: nach dem Tom Simpson-Denkmal kam dann der letzte Kilometer und ein paar Kurbelumdrehungen später standen wir oben auf dem Gipfel. Der Ausblick oben glich dem Aufstieg aufs Haar: beides war atemberaubend.
Der Mont Ventoux gilt nun also als bezwungen, wir freuen uns auf weitere epische Herausforderungen.
Ja es gibt eine Mai-Ausfahrt! Weshalb dies in aller Deutlichkeit geschrieben werden muss? Weil ein Grossteil der aktiven Vereinsmitglieder im Trainingslager ist oder in Kürze dahin aufbricht. So macht Patrick schon die ganze Woche Spaniens Strassen unsicher nachdem er mal eben im Vorbeigehen den Mont Ventoux bezwang, Rolf und Albatros haben sich gegen den Reisecar des VC Dornach entschieden und sind aktuell mit den Rädern unterwegs nach Cesenatico/ Valverde (Ankunft geplant am Sonntag), Laszlo und Martin hingegen nehmen am Samstag morgen Platz im Bus und schaukeln gemütlich an die Adria. Was bleibt übrig für die Daheimgebliebenen? Dieses:
11 Uhr Birsfelden Hard – Augst – Herten – Todtmoos – Zell i.W. – Lörrach – Riehen (circa 100 km)
Da die Ausfahrt nach Deutschland führt müssen ID und Euros mitgenommen werden.
Den Lageristen wünschen wir viel Vergnügen und eine unfallfreie Trainingszeit voll Sonnenstrahlen. Das nächste Highlight findet am 14. Mai in Boningen statt. Dann wird eine Delegation ans Jura Derby gehen und die Berge platt walzen.
Einmal ist keinmal sagten sich sechs VMCBler wie auch zwei befreundete Gastdamen und traten die Reise nach Locarno auch in diesem Jahr an obwohl die Wetteraussichten auch diesmal nicht nur heiter Sonnenschein versprachen. Aber nach der legendären Ausfahrt 2015 musste man es einfach nochmals versuchen und eines sei schon verraten: mit dem Tessin wurde Frieden geschlossen!
Die erste Gruppe kam um knapp 20 Uhr am Zielort an und genehmigte sich auf der Piazza Grande noch ein kleines Abendessen während nach und nach eine Fuhre nach der anderen ankam und sich zum gemütlichen Bier dazu gesellte. Der Abend klang etwas später gemütlich an der hoteleigenen Bar aus wobei ein paar stramme Bündner Feuerwehrmänner dafür sorgten dass die Zeiger schon weit in den neuen Tag einrückten.
Am Frühstücksbuffet sahen dann nicht alle gleich fröhlich aus der Wäsche zumal noch unklar war wie man den gefühlt vergrösserten Kopf in den Helm hinein drückten sollte. Mit einiger Vorbereitungszeit trafen sich gegen Mittag schliesslich alle in der Tiefgarage um die Rennräder in Betrieb zu nehmen. Das Wetter zeigte sich von seiner bewölkten Seite und bis auf ganz wenige kleine Ausnahmen blieb es auch trocken. So konnte die Fahrt nach Fusio und dem dahinterliegenden Stausee in Angriff genommen werden. Das Maggiatal zeigte sich mit seinen kleinen Dörfern von seiner malerischen Seite so dass die Übung bis zum Verpflegungshalt eher einer Touristenfahrt glich als einem Rennradtraining. Doch keine Sorge, der Puls ging schon noch hoch.
Nach dem Kurzimbiss gings dann langsam und sanft in die Steigungsprozente und damit begann die Krux an der Sache: der Vereinsmechaniker Patrick hatte beim letzten Heimservice versehentlich sein kleines Kettenblatt verkehrt montiert so dass er nicht mehr runterschalten konnte. Entsprechend seinem Naturell ging er in die Attacke und drückte die grossen Gänge so lange hoch bis die Strasse zu steil wurde und er von Hand die Kette runterwerfen musste. So trat die Gruppe versprengt die Serpentinen hoch immer weiter gegen den Himmel bis Fusio erreicht war. Von da an ging es weitere 20 Minuten bei flachen 10 % Steigung in Richtung Stausee. Viele Flüche erleichterten den runden Tritt bis schliesslich alle oben ankamen und…….
…..den selben Weg wieder runterfuhren. Tote Strasse, keine Verpflegungsmöglichkeit. Nach ein paar Erinnerungsfotos stürzten sich die verwegenen Bergziegen wieder hinunter und trotzten der aufkommenden Kälte. Am Fusse der Steigung gabs einen guten Kaffee während man den Hintern am offenen Kamin wärmen konnte. Hierbei übernahmen Christine und Rosie gleich die guten Plätze bei lodernder Flamme. Anschliessend nutzte man das restliche Gefälle um Schwung zu holen für den Weg zurück durchs Maggiatal. Patrick übernahm heroisch die Arbeit vorne im Wind und trat ein komfortables Tempo dem alle folgen konnten. Die Wattzahlen seines Messgeräts liesen seine Follower in den Social Medias in Begeisterungstürme ausbrechen. Sabbernasse Keyboards waren mutmasslich die Folge. Doch genug der Anglizismen.
Zurück im Hotel hiess es eiligst zu duschen und feinmachen fürs Abendessen in der Innenstadt. Danach war aber bald Feierabend, schliesslich kündigte sich für Sonntag herrliches Wetter an und die Zimmer konnten bis um 15 Uhr verlängert werden so dass nochmals einige Kilometer zu Stande kamen.
Tags darauf und nach einer erholsamen Nacht gings schon früh los mit dem Ellbogenkampf. Das Hotel war voll bis unters Dach also musste man sich seinen Stuhl ersprinten. Danach aber gings hurtig auf die Sonntagsrunde und hier entschied man sich ganz unkompliziert für ein Revival der letztjährigen Runde durchs Centovalli über die Grenze bis nach Cannobio. Im Gegensatz zum letzten Jahr, als es kalt und nass war, zeigte sich nun aber durchwegs die Sonne. Allerdings bliess der Gruppe eine stramme Briese ins Gesicht welche die Oberschenkel zusätzlich forderte. Wieder griff Patrick beherzt bei der ersten Gelegenheit an und stürmte in Richtung Grenze während sich die Verfolger verzweifelt im Windschatten der breiten Rücken von Albatros oder Rolf abkämpften.
In Malesco suchte man sich die gleiche Raststätte wie beim letzten Mal. Der Unterschied lag darin dass man nun draussen in der Sonne sitzen konnte und sich nicht im Innern aufzuwärmen brauchte. So dachten auch ungefähr 500 andere Rennradler welche zur gleichen Zeit die gleiche Strecke absolvierten. Ein Spektakel besonderer Güte. Danach waren noch wenige aber happige Kilometer bis zum Kulminationspunkt zu bewältigen.
Anschliessend folgte die Abfahrt welche einerseits eng und andererseits gespickt mit Schlaglöchern war. Vorsicht musste walten lassen wer heil unten ankommen wollte. Da aber keiner der acht Radler mit dem Leben abgeschlossen hatte oder einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufstellen wollte erreichten alle gesund und munter die Talsohle und damit die Tore Cannobios. Die Idee eines schnellen Pasta-Tellers musste angesichts eines bevölkerungsreichen Marktes zu Gunsten eines Imbisses aufgegeben werden. Die Kalorien waren aber nötig, wartete entlang des Seeufers doch eine neue Qualität an Gegenwind welche die Rückfahrt nochmals zur Kraftübung machte. Endlich am Ziel reichte es allen noch für eine kurze Dusche ehe zusammengepackt werden musste und die Heimreise rief. Während des Staus vor dem Gotthard konnten bis auf Stefan, welcher nach Genf fuhr, alle das Wochenende nochmals Revue passieren lassen.
Mit leichter Verspätung gings samstags über den Rhein in die vom Frühling wachgeküsste Lange Erle. Noch war kurz nach elf morgens nicht viel los im Basler Naherholungsgebiet, so konnten die vier Birsfelder und die Gastfahrerin frisch und fröhlich drauf los pedalieren. Auf deutschem Staatsgebiet angekommen drückte zeitweise leicht die Sonne durch Hochnebel und Wolkendecke. Trotzdem wurde noch niemandem so richtig heiss. Erst als Patrick nach Binzen einen ersten, angenehm dahinfahrenden Zug formierte kamen die Vitalzeichen etwas in Schwung. Doch in dem Moment als die Gruppe die Strasse zum Kandener Golfplatz in Angriff nehmen wollte bremste der Preesi mal kurz alles ein. Beim Runterschalten vom grossen aufs kleine Kettenblatt fiel die Kette ins Bodenlose. Anfängerfehler hin, betagtes Material (das Velo ist gemeint!) her, kurze Zeit später gings weiter und der Vereinskönig wandelte seine Wut ob diesem Malheur konstruktiv in Energie um und lies mal eben alle stehen. Oben wurde Christine der obligate Bananenhalt gegönnt. Für das Trainingslager in Italien lautet die Hausaufgabe «essen bei voller Fahrt».
Für den Aufstieg nach Endenburg nahm sich die Gruppe vor ein Zeichen zu setzen und gemeinsam, quasi als geschlossener Verein, hochzufahren. Doch die Formstände sind einfach zu unterschiedlich. Während Patrick schon gefühlte 3000 km in den Waden hat und die Anstiege zwei oder drei mal schafft quält sich der grosse Rest noch mehr oder minder japsend die Steigungen hoch. Zumindest beim Schreibenden sind auch noch zuviele Weihnachtsmänner und Osterhasen aus Schokolade unter der werberelevanten Zone auf dem Trikot präsent. Man ist ja schliesslich Hobby- und Freizeitradler. Und deshalb liessen es sich die meisten im Restaurant Alpenblick auch nicht nehmen vom überaus verlockenden Kuchenangebot zu bestellen. Der Preesi weint zwar heute noch weil es keine Schwarzwälder Kirschtorte gab, die Erdbeertorte sah unter der Schlagsahne aber auch ganz lecker aus.
Mit vollem Bauch gings hinein in die Abfahrt. Vermeintlich zumindest, denn kaum in Schwung stand eine Strassensperre im Weg und verkündete das Ende der Fahrt, zumindest in diese Richtung. Da nicht genug Zeit blieb den Umweg über das kleine Wiesental zu nehmen kehrte der Tross um, begegnete noch den Kollegen des VC Paloma Kleinbasel und schwang sich hinunter zum Schlächtenhaus und von da aus nach Steinen. Aufgetankt von Kuchen und Kaffee gab Tourenchef/ Preesi Rolf ab da das Tempo vor ohne sich ablösen zu lassen was für den Rest der Mitfahrer auch okay schien.
Zurück in der Langen Erle wollten sich Patrick und Laszlo schon verabschieden, als letzterer plötzlich einen Platten am hinteren Pneu bemerkte. Mit fachmännischer Hilfe von Patrick konnte dies aber schwups behoben werden wobei Christine den wohl attraktivsten Veloständer in der Geschichte der VMCB-Ausfahrten gab. Die vorbeirasende Truppe des Giant Gellert-Veloteam wird dies kaum bemerkt haben. Kurz darauf trennte sich das Peloton und ein Teil der Radler genehmigte sich in der Schliessi noch einen Abschlusstrunk.
Am Sonntag dann der Start zur vereinseigenen Meisterschaft, der Tourenfahrermeisterschaft. Hierbei mussten zwei Runden à 3 Kilometer zu Fuss in der Birsfelder Hard zurückgelegt werden. Und dies am besten schnell. Überraschend stand auch Martin am Start. Er nutzte den Lauf als Aufgalopp zu seinem Läufertrainingslager in Mallorca in welches er noch am selben Nachmittag flog. Doch gegen die beiden Fliegengewichte Stefan und Christian konnte auch der erfahrene Triathlet nichts ausrichten, «zu kurz die Distanz» so seine Analyse im Ziel ohne die Leistung der beiden Erstplatzierten schmälern zu wollen. Nachdem Christian im letzten Jahr erstmals Stefan schlagen konnte gabs nun die Retourkutsche. Trotz Entzündungen in Schienbein und Ferse gelang es Stefan fast eine ganze Minute auf seinen Verfolger rauszuholen. Wie immer komplettierten Thomas und Rolf die Rangliste, diesmal halt nur auf den Plätzen vier und fünf womit beide in der Meisterschaft schon ordentlich ins Hintertreffen gerieten.
Spezieller Dank gebührt Hans für die Zeitnahme sowie Irma, Brigitte, Erik und Finn für die Streckensicherung wie auch das ermunternde Zurufen bei der Passage.
Der Lenz ist da und deshalb hüpft des Sportlers Herz! Der VMC Birsfelden geht diesen Samstag auf April-Ausfahrt und trifft sie wie folgt zu unten angegebener Strecke:
Gleich tags darauf geht’s wieder los mit den vereinseigenen Wettkämpfen. Die Tourenfahrermeisterschaft 2016 startet wie gewohnt mit dem 6 Kilometer langen Waldlauf, wobei zwei Runden in der Birsfelder Hard absolviert werden müssen. Start ist um 9.30 Uhr, Ortsunkundige treffen sich bitte um 9.15 Uhr auf dem Parkplatz des Restaurant Hard.
Am Karsamstag trifft sich der geneigte Radfahrer um 11 Uhr beim Hard-Parkplatz in Birsfelden. Die Ausfahrt führt via Rheinfelden hinein ins Fricktal bis nach Wittnau und Kienberg wobei ebendieser erklommen wird. Danach eine schnelle Rückfahrt durchs österliche Baselbiet. Wer nach dieser Runde noch Lust auf mehr hat darf sich am Ostermontag zu gleicher Zeit an der gleichen Stelle einfinden. Die Strecke ist noch nicht festgelegt, als Möglichkeit steht der Nunningerberg via Neuhüsli zur Auswahl. Das neuerliche Festessen will schliesslich verdaut werden.
Wer nach diesen Aus- und Trainingsfahrten denkt er sei in Form, dem seien folgende Anlässe wärmstens an die Waden gelegt:
10. April
Tiengener City Radrennen (Massenstart um die Häuserecken)