{"id":469,"date":"2019-06-07T11:54:10","date_gmt":"2019-06-07T09:54:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vmcb.ch\/?p=469"},"modified":"2026-02-17T23:56:03","modified_gmt":"2026-02-17T22:56:03","slug":"bericht-audax-600","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vmcb.ch\/?p=469","title":{"rendered":"Bericht Audax 600"},"content":{"rendered":"\n<p><em>von Patrick Eichenberger<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Audax Serie galt f\u00fcr mich als Vorbereitung zu meinem Saisonziel, das <span style=\"text-decoration: underline;\">Race across America (RAAM)<\/span>. F\u00fcr meinen Kollegen war sie die Qualifikation f\u00fcr Paris-Brest-Paris (PBP).<\/p>\n\n\n\n<p>Den 200er konnte ich relativ locker fahren. Die Strecke f\u00fchrte mehr oder weniger um den Bodensee. Was bei den &#171;Randonneuren&#187; noch speziell ist dass sehr oft Gravelabschnitte zu fahren sind. Mit den entsprechenden Reifen kein Problem.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Start des 600km Rennens erfolgte am Donnerstag um 20 Uhr&nbsp;in Buch (SH). Die Wetterprognosen waren gut. Wir konnten uns auf zwei Vollmondn\u00e4chte freuen was sich dann temperaturm\u00e4ssig aber eher zum Negativen entwickelte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die ersten Kilometer f\u00fchrten durch welliges Gel\u00e4nde im Schwarzwald nach Tuttlingen. Die Beine f\u00fchlten sich vorerst perfekt an. Mit dem Einbruch der Nacht fielen die Temperaturen drastisch. So kam uns der erste Checkpoint sehr gelegen. Mit einem warmen Kaffee und einigen Energielieferanten machten wir uns auf den Weg nach Ulm. Das Tempo war recht flott und wir konnten einige Fahrer \u00fcberholen. Der Checkpoint in Ulm war relativ leicht zu finden was wir von dem in Augsburg nicht sagen konnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Langsam wurde es morgen und mit jedem Kilometer etwas heller und ein wenig w\u00e4rmer. Wie schon anget\u00f6nt verloren wir in Augsburg ca. 30min f\u00fcr das Suchen des Checkpoints. Wir g\u00f6nnten uns nun nach knapp 290km eine l\u00e4ngere Pause. Die Beine f\u00fchlten sich noch gut an, aber mein Knie machte sich wieder mal bemerkbar. Mit den entsprechenden Mitteln konnte ich den Schmerzen entgegenwirken.<\/p>\n\n\n\n<p>Der dichte Nebel am Morgen, die K\u00e4lte und die steife Biese machten die Fahrt schon bald zu einer Durchhalte\u00fcbung. Das Auf und Ab gel\u00e4ndem\u00e4ssig und der stetige Gegenwind machte alles auch nicht einfacher. Dazu kam die Lust nach etwas \u00abrichtigem\u00bb zu Essen.<\/p>\n\n\n\n<p>M\u00fcnchen war das n\u00e4chste Ziel. Nach etlichen Stunden erreichten wir den Checkpoint der sich im englischen Garten befand. Als Randbemerkung sei gesagt, dass sich dort das Restaurant \u00abKleines Hofbr\u00e4uhaus\u00bb befand.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich g\u00f6nnte mir da einen Wurstsalat und einen ausgiebigen Gang auf die Toilette. Nach etwa einer Stunde machten wir uns auf den R\u00fcckweg der uns die versprochenen H\u00f6henmeter liefern w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Unterdessen war es 21:00 und wir fuhren Richtung Starnberger See. Durch einen Fehler des Navis fuhren wir im Kreis und verloren dadurch ca. eine Stunde. Das dr\u00fcckte extrem auf die schon sehr angespannte Stimmung. Zudem sanken die Temperaturen gegen 0 Grad und langsam machte sich auch die M\u00fcdigkeit bemerkbar. Der Weg durchs Allg\u00e4u war gespickt mit viel Gravel-Abschnitten und Steigungen bis zu 19 %!<\/p>\n\n\n\n<p>Die M\u00fcdigkeit wurde immer unertr\u00e4glicher. Dies \u00e4usserte sich dadurch, dass mein Kollege in die Kontrolle des Bikes verlor und in den Strassengraben fuhr. Ich meinerseits fuhr auf einem Gravelabschnitt in eine Alu-Schranke\u2026ich habe sie schlicht und einfach nicht gesehen. Zum Gl\u00fcck ist bei beiden Vorf\u00e4llen nichts Gravierendes passiert. Dies bewegte uns dazu in einem Eingang eines Bancomaten resp. einer&nbsp;Bank einen 30 min\u00fctigen Powernap zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Morgend\u00e4mmerung konnte ich endlich auf der rechten Seite das Schloss Neuschwanstein bewundern. Die Freude hielt sich in Grenzen da ich meine Zehen und Finger nicht mehr sp\u00fcrte und ich mich nach w\u00e4rmenden Sonnenstrahlen sehnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit jeder Stunde wurde es w\u00e4rmer und wir kamen dem Ziel immer n\u00e4her.&nbsp;Circa 60 km vor dem Ziel haben wir uns wieder mal verfahren. Dies hatte dann zur Folge dass aus den 3800 H\u00f6henmetern dann 5600 H\u00f6henmeter wurden. Steigungen von \u00fcber 15 % nach 600 km fand ich zu diesem Zeitpunkt auch nicht unbedingt angebracht.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach noch einem kleinen Umweg auf eine Auto-Schnellstrasse kamen wir endlich an unserem Zielpunkt an.<\/p>\n\n\n\n<p>Fazit: circa 640 km, 5600 hm bei einer reinen Fahrzeit von&nbsp;etwa 32 Stunden (ohne Pausen).<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem Erfrierungen im Gesicht, insgesamt vier Zehen und zwei Finger ohne Gef\u00fchl. Gem\u00e4ss Arzt sollte nach einer gewissen Zeit alles wieder gut kommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der mentale Test ist mir gelungen und mein Kollege hat die Qualifikation geschafft. Aber ob ich das ein zweites Mal nochmals machen w\u00fcrde?<\/p>\n\n\n\n<p>Ich gehe jetzt im Juni mit einem guten Gef\u00fchl ans RAAM.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Fahrer-Team und die Begleitcrew werden alles geben um in An\u00e1polis anzukommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das sind wir uns und unseren Sponsoren schuldig, doch unser Motto auf der ganzen Strecke wird sein:<\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>\u00abDer Weg ist das Ziel\u00bb<\/strong><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Patrick Eichenberger Die Audax Serie galt f\u00fcr mich als Vorbereitung zu meinem Saisonziel, das Race across America (RAAM). F\u00fcr meinen Kollegen war sie die Qualifikation f\u00fcr Paris-Brest-Paris (PBP). Den 200er konnte ich relativ locker fahren. Die Strecke f\u00fchrte mehr oder weniger um den Bodensee. 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